Außergewöhnlich viel Dämpfung, überraschend wenig Gewicht und ein federndes Laufgefühl: Der ASICS Superblast 3 verspricht die Vielseitigkeit eines Premium-Trainingsschuhs mit der Dynamik eines Performance-Modells. Im Runnerio-Praxistest zeigt sich, wie überzeugend dieses Konzept tatsächlich funktioniert und wo der 220 Euro teure Laufschuh seine Grenzen hat.
Laufschuh-Profil
Angaben des Herstellers
- Dämpfung
- 5/5
- Stabilität
- 3/5
- Dynamik
- 4/5
- Geschwindigkeit
- 4/5
- Straße
- 5/5
- Off-road
- 2/5
Eigenschaften
- Unverbindlicher Preis in Euro
- 220,00 €
- Einsatzbereich
- Dauerläufe, Longruns, Tempodauerläufe, Marathontraining
- Gewicht
- 239 g
- Gewicht Frauenmodell
- 239 g
- Gewicht Männermodell
- 239 g
- Sprengung
- 8 mm
- Sohlenhöhe Ferse
- 46,5 mm
- Sohlenhöhe Vorfuß
- 38,5 mm
- Dämpfung
- FF LEAP / FF BLAST PLUS
- Außensohle
- ASICSGRIP / AHAR LO
- Passform
- Unisex
- Untergrund
- Asphalt und befestigte Wege
- Breite
- Standard
- Carbonplatte
- Nein
Unternehmen
ASICS Europe B.V.
ASICS zählt zu den weltweit etablierten Sportartikelherstellern und verbindet japanische Ingenieurskunst mit innovativen Technologien für den Laufsport. Die Marke steht für hohen Laufkomfort, moderne Dämpfungssysteme und eine vielseitige Auswahl an Laufschuhen, funktioneller Sportbekleidung und Zubehör. Das Sortiment reicht von komfortablen Trainingsschuhen für den täglichen Lauf über stabile Modelle bis hin zu leistungsorientierten Wettkampfschuhen für schnelle Zeiten auf allen Distanzen.
Zum EintragInhaltsverzeichnis11 Abschnitte
Mit dem Superblast hat ASICS eine Laufschuhserie geschaffen, die sich bewusst zwischen klassischen Trainingsschuhen und hochentwickelten Wettkampfmodellen positioniert. Das Konzept klingt zunächst widersprüchlich: eine besonders voluminöse Mittelsohle, maximale Dämpfung und gleichzeitig genügend Leichtigkeit, um auch bei höheren Geschwindigkeiten zu überzeugen. Bereits die ersten beiden Generationen haben gezeigt, dass diese Kombination funktionieren kann. Mit dem Superblast 3 möchte der japanische Hersteller das erfolgreiche Konzept nun weiterentwickeln.
Die wichtigste Neuerung befindet sich im Inneren der Mittelsohle. Ein neuer FF-LEAP-Dämpfungsschaum, eine überarbeitete Sohlengeometrie und ein geringeres Gewicht sollen das Laufgefühl spürbar dynamischer gestalten. Gleichzeitig bleibt ASICS einem wesentlichen Merkmal der Modellreihe treu: Der Superblast 3 verzichtet vollständig auf eine Carbonplatte und setzt stattdessen auf die Eigenschaften seiner Dämpfungsmaterialien.
Für den Runnerio-Praxistest stand der Superblast 3 in der limitierten Copenhagen Edition zur Verfügung, einer Sonderausführung zum Copenhagen Half Marathon 2026. Technisch ist sie mit dem regulären Modell identisch und unterscheidet sich lediglich durch ihre besondere Farbgestaltung und veranstaltungsbezogene Designelemente.
Bereits nach den ersten gelaufenen Kilometern wurde deutlich, dass ASICS mit der dritten Generation nicht einfach nur einen besonders komfortablen Trainingsschuh entwickelt hat. Vielmehr verbindet der Superblast 3 eine ausgesprochen weiche Dämpfung mit einem überraschend lebendigen Abrollverhalten. Gerade diese Kombination machte ihn während der Testläufe interessant. Denn trotz seiner enormen Sohlenhöhe fühlt sich der Schuh deutlich weniger schwerfällig an, als seine äußere Erscheinung zunächst vermuten lässt.
Der erste Eindruck: Auffällig, modern und erstaunlich leicht
Schon beim Auspacken fällt die ungewöhnlich mächtige Mittelsohle ins Auge. Der Superblast 3 gehört optisch zu jenen Laufschuhen, bei denen die Dämpfung einen erheblichen Teil der gesamten Konstruktion einnimmt. Insbesondere der stark ausgeprägte Fersenbereich vermittelt zunächst den Eindruck eines schweren Komfortschuhs, der vor allem für langsame Trainingseinheiten entwickelt wurde.
Nimmt man den Schuh allerdings in die Hand, relativiert sich dieser Eindruck unmittelbar. Das vergleichsweise geringe Gewicht steht in einem bemerkenswerten Verhältnis zur Sohlenhöhe. Mit rund 239 Gramm in der angegebenen Referenzgröße ist der Superblast 3 ausgesprochen leicht für einen derart voluminösen Laufschuh.
Das Design ist typisch für die aktuelle Superblast-Generation. Die mächtige Mittelsohle prägt die gesamte Silhouette, während die fließenden Übergänge zwischen Obermaterial und Sohlenkonstruktion für eine moderne, ausgesprochen sportliche Erscheinung sorgen. Die verschiedenen Farbvarianten unterstreichen den eigenständigen Charakter des Modells und machen deutlich, dass ASICS nicht ausschließlich auf eine funktionale, sondern auch auf eine auffällige Gestaltung setzt.
Im praktischen Einsatz zeigt sich schnell, dass die voluminöse Erscheinung wenig über das tatsächliche Laufgefühl aussagt. Der Schuh wirkt am Fuß leicht und vermittelt keineswegs das Gefühl, einen überdimensionierten Dämpfungsschuh zu tragen. Gerade diese Diskrepanz zwischen äußerem Erscheinungsbild und tatsächlicher Leichtigkeit gehört zu den ersten positiven Eindrücken des Praxistests.
Passform und Tragekomfort: Viel Platz und ein angenehmer Sitz
Ein guter Laufschuh muss nicht nur mit seiner Mittelsohle überzeugen. Gerade bei längeren Trainingseinheiten entscheidet die Passform darüber, ob ein Modell dauerhaft angenehm getragen werden kann. Druckstellen, ein zu enger Vorfuß oder mangelnder Fersenhalt können selbst die beste Dämpfung in den Hintergrund rücken lassen.
Beim Superblast 3 setzt ASICS auf ein leichtes, gewebtes Obermaterial, das sich den Bewegungen des Fußes anpasst. Im Test machte die Konstruktion einen angenehmen und flexiblen Eindruck. Das Material liegt am Fuß an, ohne ihn unnötig einzuengen, und bietet gleichzeitig genügend Struktur, um einen sicheren Sitz zu unterstützen.
Besonders positiv fällt der Komfort im Vorfußbereich auf. Die Zehen erhalten ausreichend Bewegungsfreiheit, was gerade bei längeren Läufen von Vorteil ist. Während eng geschnittene Performance-Schuhe häufig eine sehr kompakte Passform besitzen, wirkt der Superblast 3 insgesamt großzügiger und stärker auf längere Belastungen ausgelegt.
Auch die überarbeitete Schnürung trägt zu diesem Eindruck bei. ASICS hat die Anordnung der Ösen angepasst, um den Druck möglichst gleichmäßig über den Mittelfuß zu verteilen. Während der Testläufe ließ sich der Schuh sicher fixieren, ohne dass dafür ein übermäßig festes Schnüren notwendig war.
Die Fersenpartie bietet einen angenehmen Halt und unterstützt eine zuverlässige Positionierung des Rückfußes. Gleichzeitig verzichtet ASICS auf eine unnötig schwere Polsterung. Die Konstruktion wirkt insgesamt durchdacht und verbindet Komfort mit einem für die Gewichtsklasse angemessenen Maß an Unterstützung.
Die Passform ist jedoch nicht vollkommen kompromisslos. Läufer mit besonders schmalen Füßen könnten sich im Vorfuß etwas mehr seitliche Fixierung wünschen, insbesondere bei schnelleren Tempowechseln. Für den überwiegend geradlinigen Einsatz auf Asphalt fällt dieser Punkt weniger ins Gewicht, sollte bei der individuellen Größenwahl jedoch berücksichtigt werden.
Insgesamt hinterlässt der Superblast 3 beim Tragekomfort einen überzeugenden Eindruck. Der Schuh sitzt angenehm, bietet ausreichend Platz und vermittelt bereits beim Hineinschlüpfen ein hohes Maß an Bequemlichkeit. Auch während der eigenen Laufeinheiten blieb dieses komfortorientierte Gefühl erhalten.
FF LEAP: Die neue Mittelsohle macht den entscheidenden Unterschied
Das eigentliche Herzstück des ASICS Superblast 3 ist seine Mittelsohle. Hier hat der Hersteller die wichtigste technische Veränderung gegenüber dem Vorgänger vorgenommen. Anstelle des bisherigen FF-TURBO-PLUS-Schaums kommt nun FF LEAP zum Einsatz, ein besonders leichter und reaktionsfreudiger Dämpfungsschaum, der auch in leistungsorientierten Wettkampfmodellen der METASPEED-Familie verwendet wird.
FF LEAP bildet die obere Schicht der Mittelsohle und übernimmt einen wesentlichen Teil der Dämpfungsarbeit. Darunter befindet sich weiterhin FF BLAST PLUS, ein etwas festerer Schaumstoff, der die Konstruktion stabilisieren und eine kontrollierte Abrollbewegung unterstützen soll.
Auf dem Papier klingt diese Kombination vielversprechend. Im Praxistest zeigt sich jedoch erst, was sie tatsächlich bedeutet. Schon beim Aufsetzen vermittelt der Superblast 3 ein ausgeprägt weiches Gefühl. Der Fuß sinkt spürbar in die Dämpfung ein, ohne dass die Konstruktion dabei vollkommen nachgiebig oder schwammig wirkt. Die weichere obere Schicht nimmt einen großen Teil der Aufprallbelastung auf, während die darunterliegende Materialstruktur für einen kontrollierteren Übergang in die Abstoßphase sorgt.
Bemerkenswert ist vor allem die anschließende Rückfederung. Anders als bei manchen stark gedämpften Trainingsschuhen entsteht nicht der Eindruck, dass ein Teil der Vorwärtsbewegung in einer trägen Mittelsohle verloren geht. Stattdessen reagiert der Schaum angenehm lebendig und unterstützt einen flüssigen Laufrhythmus.

Mit einer angegebenen Sohlenhöhe von 46,5 Millimetern unter der Ferse und 38,5 Millimetern im Vorfuß gehört der Superblast 3 zu den besonders hoch aufgebauten Straßenlaufschuhen. Die Sprengung beträgt acht Millimeter und bewegt sich damit in einem für klassische Trainingsschuhe vertrauten Bereich.
Trotz dieser enormen Bauhöhe wirkte das Laufgefühl im Test erstaunlich natürlich. Zwar ist der Abstand zum Untergrund jederzeit spürbar, die Konstruktion vermittelt jedoch keine übermäßig starre oder unbewegliche Charakteristik. Vielmehr entsteht ein weiches, federndes Abrollen, das gerade bei gleichmäßigen Laufgeschwindigkeiten angenehm zur Geltung kommt.
Eine besonders interessante Eigenschaft ist dabei die Verbindung zwischen Dämpfung und Reaktionsfreudigkeit. Der Schuh fühlt sich nicht nur komfortabel an, sondern vermittelt auch bei zunehmendem Tempo das Gefühl, genügend Reserven für einen aktiveren Laufstil zu besitzen. Die neue Mittelsohle ist damit nicht einfach nur eine technische Weiterentwicklung auf dem Datenblatt, sondern prägt das gesamte Laufverhalten des Superblast 3.
Trampoline Pod: Spürbar mehr Dynamik beim Abstoß
Neben dem neuen Dämpfungsschaum hat ASICS auch die Konstruktion im Vorfußbereich verändert. Dort befindet sich ein sogenannter Trampoline Pod, eine speziell geformte Zone innerhalb der Sohlengeometrie, die das Einfedern und anschließende Zurückfedern während der Abstoßphase unterstützen soll.
Die Bezeichnung ist durchaus passend, denn genau dieser federnde Charakter fällt beim Laufen auf. Der Superblast 3 vermittelt nicht nur beim Aufsetzen ein weiches Gefühl, sondern reagiert auch beim anschließenden Abdrücken angenehm dynamisch. Besonders bei einem gleichmäßigen Laufrhythmus entsteht ein flüssiger Bewegungsablauf, bei dem die Mittelsohle ihre Eigenschaften gut zur Geltung bringt.
Dabei ist wichtig, den Effekt richtig einzuordnen. Der Schuh erzeugt selbstverständlich keine zusätzliche Energie. Vielmehr soll die Konstruktion einen Teil der beim Aufsetzen aufgenommenen mechanischen Energie möglichst effizient wieder zurückgeben.
Interessant ist, dass ASICS dafür vollständig auf eine Carbonplatte verzichtet. Während klassische Carbon-Racer durch ihre steife Plattenkonstruktion und die besondere Sohlengeometrie eine sehr direkte Abrollbewegung unterstützen, setzt der Superblast 3 auf die Elastizität seiner Schaumstoffe.
Dieser Unterschied ist beim Laufen durchaus wahrnehmbar. Der Superblast 3 wirkt weniger aggressiv und bietet eine natürlichere Flexibilität als manche ausgeprägten Carbon-Wettkampfschuhe. Gleichzeitig ist seine Mittelsohle deutlich lebendiger als die vieler klassischer Komforttrainer.
Im Praxistest überzeugte insbesondere die Tatsache, dass der federnde Charakter nicht ausschließlich bei hohen Geschwindigkeiten zur Geltung kommt. Auch bei ruhigerem Tempo bleibt der Schuh angenehm reaktionsfreudig. Wird das Lauftempo gesteigert, wirkt die Konstruktion keineswegs überfordert, sondern unterstützt weiterhin einen flüssigen und dynamischen Bewegungsablauf.
Das Laufgefühl: Zwischen Komfortschuh und Performance-Trainer
Die größte Stärke des Superblast 3 liegt in seiner Vielseitigkeit. Bereits während der ersten Testläufe wurde deutlich, dass der Schuh nicht auf einen eng begrenzten Einsatzbereich ausgelegt ist. Stattdessen verbindet er Eigenschaften, die normalerweise unterschiedlichen Laufschuhkategorien zugeordnet werden.
Bei lockeren Dauerläufen steht die außergewöhnlich hohe Dämpfung im Vordergrund. Der Schuh vermittelt ein weiches, komfortables Laufgefühl und filtert einen großen Teil der direkten Rückmeldung vom Asphalt. Gleichzeitig bleibt der Bewegungsablauf flüssig und wirkt durch die reaktionsfreudige Mittelsohle keineswegs träge.
Gerade bei gleichmäßigem Tempo entsteht ein sehr angenehmer Laufrhythmus. Die Kombination aus geringem Gewicht, hoher Dämpfung und federndem Abstoß sorgt dafür, dass der Superblast 3 trotz seiner massiven Sohlenkonstruktion erstaunlich leichtfüßig wirkt. Er gehört damit zu jenen Laufschuhen, die weniger über einen besonders direkten Bodenkontakt als über einen ausgeprägten Komfort und eine harmonische Abrollbewegung überzeugen.
Interessant wird das Modell bei einer Erhöhung des Tempos. Während viele maximal gedämpfte Trainingsschuhe dann an ihre Grenzen stoßen und zunehmend schwerfällig wirken, kann der Superblast 3 seine dynamischen Eigenschaften besser ausspielen. Die Mittelsohle reagiert spürbar auf einen aktiveren Abdruck und vermittelt auch bei zügigeren Laufabschnitten ein lebendiges Gefühl.
Im Test gefiel besonders, dass der Schuh keinen abrupten Charakterwechsel zeigt. Er bleibt auch bei schnelleren Passagen komfortabel und verlangt keine ausgeprägte Umstellung der Lauftechnik. Diese Berechenbarkeit macht ihn zu einem interessanten Begleiter für abwechslungsreiche Trainingseinheiten.
Allerdings besitzt seine Dynamik Grenzen. Bei sehr schnellen Intervallen oder explosiven Beschleunigungen fehlt die unmittelbare Direktheit spezialisierter Wettkampfschuhe. Die weiche Mittelsohle benötigt eine gewisse Zeit zum Einfedern und Zurückfedern, wodurch sich das Laufgefühl weniger präzise und aggressiv anfühlt als bei flacheren oder steiferen Modellen.
Für mich ist genau diese Abstimmung allerdings auch eine der Stärken des Superblast 3. Er versucht nicht, einen kompromisslosen Carbon-Racer zu ersetzen, sondern bietet einen breiten Einsatzbereich, in dem Komfort und Dynamik sinnvoll miteinander verbunden werden. Gerade im alltäglichen Lauftraining ist diese Kombination oftmals wertvoller als ein extrem spezialisiertes Laufverhalten.
Stabilität: Viel Dämpfung bedeutet auch Kompromisse
Bei einem Laufschuh mit einer Sohlenhöhe von mehr als 46 Millimetern stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Stabilität. Je weiter der Fuß vom Untergrund entfernt ist, desto wichtiger werden eine geeignete Sohlengeometrie, eine ausreichend breite Auflagefläche und eine kontrollierte seitliche Führung.
ASICS versucht, diesen Anforderungen mit einer breiten Sohlenplattform und einer zweilagigen Mittelsohle gerecht zu werden. Die festere FF-BLAST-PLUS-Schicht bildet dabei die stabilisierende Grundlage, während der weichere FF-LEAP-Schaum hauptsächlich für Komfort und Rückfederung verantwortlich ist.
Im Test zeigte sich, dass dieses Konzept auf ebenem Asphalt grundsätzlich gut funktioniert. Bei einem gleichmäßigen Laufstil vermittelt der Superblast 3 ausreichend Sicherheit und einen kontrollierten Bewegungsablauf. Die breite Konstruktion verhindert, dass die weiche Dämpfung grundsätzlich instabil wirkt.
Dennoch lässt sich die enorme Sohlenhöhe nicht vollständig verbergen. Besonders bei seitlichen Bewegungen und auf ungleichmäßigen Untergründen wird spürbar, dass der Fuß vergleichsweise weit vom Boden entfernt ist. Die weiche Mittelsohle bietet weniger unmittelbare Führung als ein klassischer Stabilschuh oder ein straffer abgestimmtes Trainingsmodell.
Für neutrale Läufer ist das im normalen Straßenlauftraining nicht zwangsläufig problematisch. Bei einer ausgeprägten Überpronation oder einem höheren individuellen Stabilisierungsbedarf kann die Konstruktion jedoch an ihre Grenzen gelangen. Der Superblast 3 verfügt über keine klassische mediale Pronationsstütze und ist ausdrücklich nicht als Stabilschuh konzipiert.
Aus meiner Sicht gehört die Stabilität deshalb zu den Bereichen, in denen der Superblast 3 zwar ordentlich abschneidet, aber nicht das gleiche außergewöhnliche Niveau wie bei der Dämpfung erreicht. Der Schuh vermittelt ausreichend Kontrolle für seinen vorgesehenen Einsatzbereich, verlangt jedoch eine gewisse Eigenstabilität des Fußes und des gesamten Bewegungsapparates.
Das ist kein grundsätzlicher Nachteil, sondern eine konstruktionsbedingte Eigenschaft, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollte.
Grip und Außensohle: Sicherer Kontakt zum Untergrund
Eine leistungsfähige Mittelsohle ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn die Außensohle einen zuverlässigen Kontakt zum Untergrund ermöglicht. Gerade bei einem dynamischen Laufschuh spielt die Traktion während der Abstoßphase eine wichtige Rolle.
ASICS setzt beim Superblast 3 auf eine Kombination aus ASICSGRIP im Vorfußbereich und AHAR LO an der Ferse. Beide Materialien sollen eine hohe Bodenhaftung und eine möglichst gute Abriebfestigkeit miteinander verbinden, ohne das Gewicht unnötig zu erhöhen.
Auf Asphalt vermittelt der Superblast 3 im Praxistest ein sicheres und kontrolliertes Laufgefühl. Besonders bei gleichmäßiger Belastung passt die Außensohle gut zur dynamischen Charakteristik des Schuhs. Der Abdruck wirkt zuverlässig, ohne dass ein störendes oder unkontrolliertes Rutschen auffällt.
Auch unabhängige Labormessungen bestätigen die hohe Traktionsleistung. Gerade auf nassen Straßen gehört die verwendete Außensohlenkonstruktion zu den überzeugenden Eigenschaften des Modells. Für den alltäglichen Straßenlauf ist das ein wichtiger Vorteil, insbesondere während der feuchteren Jahreszeiten.
Bei der Beurteilung der Außensohle darf allerdings nicht übersehen werden, dass der Superblast 3 eindeutig für befestigte Untergründe konzipiert wurde. Auf Asphalt, Pflasterflächen und gut ausgebauten Wegen kann er seine Eigenschaften vollständig ausspielen. Für technisch anspruchsvolle Trails, tiefen Schotter oder schlammige Waldwege fehlt dagegen eine entsprechend ausgeprägte Profilierung.
Auch die hohe Sohlenkonstruktion spricht gegen den regelmäßigen Einsatz auf stark unebenem Gelände. Hier kann die seitliche Stabilität stärker gefordert werden, als es auf einer gleichmäßigen Straßenoberfläche der Fall ist.
Hinsichtlich der Haltbarkeit macht die Außensohle einen soliden Eindruck. Allerdings besitzt der Superblast 3 Bereiche mit freiliegendem Mittelsohlenschaum, an denen abhängig vom Laufstil sichtbare Gebrauchsspuren entstehen können. Eine belastbare Aussage über die maximale Laufleistung des Schuhs wäre erst nach einem entsprechend umfangreichen Langzeittest möglich.
Im Langstreckentraining: Hier liegen die größten Stärken
Der Superblast 3 ist ein Laufschuh, dessen Eigenschaften besonders gut zu den Anforderungen des Ausdauertrainings passen. Die ausgeprägte Dämpfung, das geringe Gewicht und die reaktionsfreudige Mittelsohle bilden eine Kombination, die vor allem bei längeren, gleichmäßigen Belastungen sinnvoll erscheint.
Im Praxistest überzeugte insbesondere das harmonische Verhältnis zwischen Komfort und Dynamik. Der Schuh fühlt sich weich an, ohne vollständig an Spannung zu verlieren. Gleichzeitig bleibt er auch bei einem höheren Tempo angenehm zu laufen und vermittelt nicht das schwerfällige Gefühl, das bei besonders voluminösen Dämpfungsschuhen mitunter auftritt.
Gerade für die Marathonvorbereitung ist dieser Charakter interessant. Lange Dauerläufe gehören zu den zentralen Bestandteilen eines strukturierten Trainingsplans. Dabei soll ein Laufschuh einerseits ausreichend komfortabel sein, andererseits aber auch eine effiziente und möglichst flüssige Abrollbewegung unterstützen.
Der Superblast 3 erfüllt diese Anforderungen aus meiner Sicht sehr überzeugend. Er bietet genügend Dämpfung für umfangreichere Trainingseinheiten und gleichzeitig ausreichend Dynamik, um beispielsweise zügigere Abschnitte im vorgesehenen Marathontempo einzubauen.
Dabei ist seine Konstruktion nicht ausschließlich für besonders schnelle Läufer interessant. Auch bei moderateren Geschwindigkeiten vermittelt die Mittelsohle ein angenehmes, federndes Laufgefühl. Gerade diese Unabhängigkeit von einer bestimmten Pace hebt den Superblast 3 von stark spezialisierten Performance-Schuhen ab.
Für Läufer, die nicht für jede Trainingsform ein eigenes Modell einsetzen möchten, kann das ein erheblicher Vorteil sein. Der Superblast 3 deckt einen großen Teil des klassischen Straßenlauftrainings ab und eignet sich sowohl für ruhige Dauerläufe als auch für dynamischere Trainingseinheiten.
Ob er dauerhaft als einziger Laufschuh in einer Trainingsrotation sinnvoll ist, hängt allerdings von den individuellen Anforderungen ab. Für besonders schnelle Intervalle oder Wettkämpfe können leichtere und direktere Modelle weiterhin Vorteile bieten.
Wie schlägt sich der Superblast 3 gegenüber dem Vorgänger?
Mit der dritten Generation hat ASICS mehrere Eigenschaften des Superblast gezielt weiterentwickelt. Die wichtigste Veränderung betrifft zweifellos die Mittelsohle, die durch den Einsatz von FF LEAP noch stärker auf Dämpfung und Energierückgabe ausgelegt ist.
Gegenüber dem Superblast 2 ist die Konstruktion weicher abgestimmt. Gleichzeitig wurde das Gewicht reduziert und die Geometrie im Vorfußbereich überarbeitet. Daraus ergibt sich ein insgesamt komfortorientierteres und zugleich federnderes Laufkonzept.
Im praktischen Laufgefühl lässt sich diese Entwicklung vor allem anhand der ausgeprägten Nachgiebigkeit und Rückfederung nachvollziehen. Der Superblast 3 vermittelt einen sehr weichen Auftritt, ohne dabei vollständig an Dynamik einzubüßen.
Allerdings muss eine weichere Mittelsohle nicht für jeden Läufer automatisch eine Verbesserung darstellen. Wer den Superblast 2 gerade wegen seiner etwas strafferen und stabileren Abstimmung geschätzt hat, könnte die dritte Generation als weniger direkt empfinden.
Das zeigt, dass die Weiterentwicklung nicht ausschließlich in eine Richtung erfolgt ist. ASICS hat den Superblast 3 konsequent auf ein noch stärker gedämpftes und federndes Laufgefühl ausgerichtet. Damit werden bestimmte Eigenschaften verbessert, während andere etwas stärker in den Hintergrund rücken.
Für meinen persönlichen Eindruck überwiegen die Vorteile der neuen Konstruktion. Vor allem das lebendige Verhalten der Mittelsohle und der hohe Komfort machen den Superblast 3 zu einem überzeugenden Trainingsschuh. Gleichzeitig bleibt die etwas geringere Direktheit ein Punkt, der bei der individuellen Bewertung berücksichtigt werden sollte.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Sind 220 Euro gerechtfertigt?
Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 220 Euro gehört der ASICS Superblast 3 zur oberen Preisklasse der Trainingsschuhe. Für diesen Betrag sind bereits zahlreiche hochwertige Laufschuhe erhältlich, darunter auch spezialisierte Wettkampfmodelle mit Carbonplatte.
Die entscheidende Frage lautet daher, ob die technischen Eigenschaften und das tatsächliche Laufgefühl den hohen Anschaffungspreis rechtfertigen.
Nach den eigenen Testläufen lässt sich zumindest feststellen, dass der Superblast 3 ein außergewöhnlich komfortables und gleichzeitig dynamisches Laufverhalten bietet. Gerade die Kombination aus niedrigem Gewicht, hoher Dämpfung und ausgeprägter Rückfederung hebt ihn von vielen konventionellen Trainingsschuhen ab.
Auch seine Vielseitigkeit spricht für das Modell. Während manche Laufschuhe nur in einem relativ engen Geschwindigkeitsbereich überzeugen, kann der Superblast 3 unterschiedliche Trainingsanforderungen abdecken. Das macht ihn für ambitionierte Läufer interessant, die regelmäßig längere Strecken absolvieren und dabei nicht auf eine gewisse Dynamik verzichten möchten.
Dennoch bleibt der Preis hoch. Wer überwiegend kurze und lockere Dauerläufe absolviert, findet zahlreiche günstigere Alternativen, die ebenfalls einen guten Laufkomfort bieten. Nicht jeder Läufer wird die besonderen Eigenschaften des Superblast 3 in einem Umfang nutzen, der den deutlichen Aufpreis rechtfertigt.
Insgesamt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis aus meiner Sicht gut, aber nicht überragend. Der Superblast 3 bietet zweifellos eine außergewöhnliche technische Ausstattung und ein überzeugendes Laufgefühl. Der hohe Preis bleibt dennoch ein wesentlicher Kritikpunkt.
Für wen eignet sich der ASICS Superblast 3?
Nach den Erfahrungen aus dem Praxistest lässt sich die Zielgruppe des Superblast 3 relativ klar eingrenzen. Besonders geeignet ist er für neutrale Läufer, die einen sehr gut gedämpften und gleichzeitig dynamischen Trainingsschuh suchen.
Seine größten Stärken liegen bei regelmäßigen Dauerläufen, längeren Trainingseinheiten und abwechslungsreichen Belastungen auf Asphalt. Vor allem ambitionierte Freizeitläufer, Halbmarathon- und Marathonläufer können von seiner Vielseitigkeit profitieren.
Interessant ist das Modell auch für Personen, die einen möglichst komfortablen Laufschuh suchen, dabei aber nicht auf ein lebendiges Laufgefühl verzichten möchten. Der Superblast 3 zeigt, dass eine besonders hohe Dämpfung nicht zwangsläufig mit einem trägen Bewegungsablauf verbunden sein muss.
Wer bewusst auf eine Carbonplatte verzichten möchte, findet ebenfalls eine interessante Alternative. Die Mittelsohle bietet eine ausgeprägte Rückfederung, ohne die hohe Biegesteifigkeit typischer Carbon-Wettkampfschuhe zu besitzen.
Weniger empfehlenswert erscheint der Superblast 3 dagegen für Läufer, die eine deutliche Pronationsunterstützung benötigen oder einen besonders direkten Kontakt zum Untergrund bevorzugen. Auch für technisch anspruchsvolle Trails und sehr schnelle, explosive Trainingseinheiten gibt es passendere Modelle.
Eine weitere Einschränkung betrifft reglementierte Straßenlaufwettkämpfe. Mit seiner Sohlenhöhe überschreitet der Superblast 3 die nach den einschlägigen World-Athletics-Regeln zulässige maximale Sohlenhöhe von 40 Millimetern. Für entsprechend reglementierte Wettbewerbe ist er daher keine geeignete Wahl. Bei Breitensportveranstaltungen kommt es auf die jeweils geltenden Teilnahme- und Schuhbestimmungen an.
Für den überwiegenden Teil des täglichen Straßenlauftrainings ist diese Einschränkung jedoch ohne Bedeutung.






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